Frankfurt am Main plant Sirenen-Netz neu

Mit dem Ende des Kalten Krieges wurden auch in Frankfurt die Sirenen zur Warnung der Bevölkerung mehr und mehr zurückgebaut. So schien es, als sei die Zeit für die Akustik-Heuler mehr und mehr abgelaufen. Dieser Eindruck verstärkte sich in den vergangenen Jahren durch die Entwicklung von Warn-Apps für Smartphones und Tablets umso mehr. Nachteil dieser Anwendungen: Sie sind von einer hochkomplexen technischen Struktur abhängig, die ausfallen kann.  Zudem sind sie wirkungslos, wenn das Mobiltelefon aus- oder leisegestellt ist. Auch die Tatsache, dass diese Programme teils von kommerziell ausgerichteten Unternehmen angeboten werden, stärkte das Bewusstsein, dass eine Sirenenstruktur in öffentlicher Hand als Basis vorhanden sein muss. Apps wie BIWAPP, KATWARN und NINA werden als sinnvolle Ergänzung angesehen.

In einer Machbarkeitsstudie wurde für die die Main-Metropole ein Bedarf von 152 Sirenen ermittelt, die Baukosten pro Standort liegen bei etwa 15.000 EUR. Weitere Kosten entstehen für Wartungsarbeiten, Akkuwechsel sowie Aufklärungsmaßnahmen. Insgesamt wird ein Finanzbedarf von mehr als 5 Mio. Euro bei einer Nutzungsdauer von 25 Jahren erwartet. Dabei wird auf elektronische Sirenen gesetzt, die gegenüber den alten, motorgetriebenen Modellen den Vorteil haben, dass sie durch integrierte Akku- und Solartechnik teilunabhängig vom Stromnetz sind. Außerdem können damit auch Sprachdurchsagen verwirklicht werden.

Zugleich wird Frankfurt im Laufe des Jahres 2018 das modulare Warnsystem MOWAS des Bundes einsetzen.

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