Entlastung für Bürger und Hilfsorganisationen

Hamburg entzerrt Großveranstaltungen

Schlagermove-Parade an den Landungsbrücken

Der Schlagermove ist jedes Jahr auf’s Neue der Höhepunkt für hunderttausende von Feierwütigen. Das Epizentrum am Wochenende 14./15. Juli 2018 liegt mitten in St. Pauli. Die Parade startet und endet auf dem Heiligengeistfeld, dort finden nach Abschluss des Umzuges in Zeltbauten auch verschiedene Parties statt. Der größte Teil der Schlagerjünger zieht dann nur wenige Meter weiter auf den Kiez, also den Bereich rund um die Reeperbahn. Gleichzeitig findet nicht weit entfernt der größe Triathlon der Welt statt – über 10.000 Sportler, angefeuert von rund 150.000 Zuschauern. Im Nachbarstadteil läuft zu dem Zeitpunkt die mehrwöchige „Altonale“, ein Kulturfestival im Bereich der Altonaer Innenstadt. Zusätzlich werden ebenfalls auf dem Heiligengeistfeld tausende Fußballfans im Rahmen des WM-Fanfests ihrer Mannschaft zujubeln und nicht zuletzt wird Helene Fischer etwa 40.000 Fans im Volkspark-Stadion begeistern.

Für die Stadt und die Bürger ist diese Häufung nicht nur logistisch eine große Herausforderung. Insbesondere aus St. Pauli gab es in den letzten Jahren massive Beschwerden über Lärm, viel Müll und vor allem über tausende von Wildpinklern. Zeitweise rochen die Seitenstraßen der Reeperbahn tatsächlich wie ein Rastplatz-WC, das seit zwei Wochen keine Reinigung mehr erfahren hat. Auch die Hilfsorganisationen ächzten unter dieser besonderer Belastung. Ohne auswärtige Kräfte und größte Anstrengungen wären die Sanitätswachdienste kaum noch durchzuführen.

Mittlerweile hat auch das Bezirksamt Hamburg-Mitte die Notwendigkeit einer räumlichen und/oder einer zeitlichen Entzerrung der Groß-Events erkannt. Zu Beginn dieses Jahres wurde seitens des SPD-Fraktionschefs in der Bezirksversammlung, Arik Willner, gesagt: „Wir können es den Hamburgern nicht zumuten, dass der Schlagermove und der Triathlon schon wieder an einem Wochenende stattfinden. Das würde besonders den Menschen auf St. Pauli nicht mehr zu vermitteln sein“.  Infolgedessen vereinbarten die Ausrichter von Schlagermove und Triathlon  mit Vertretern der Innen- und Verkehrsbehörde sowie den Fraktionen von SPD und Grünen in der Bezirksversammlung, dass die Veranstaltungen ab dem nächsten Jahr zeitlich oder räumlich voneinander getrennt stattfinden werden. Eine zeitgleiche Durchführung der Events wird letztmalig in diesem Jahr genehmigt. Zudem wurden die diesjährigen Auflagen und Kontrollen deutlich verschärft. So darf der Triathlon nicht mehr über die Reeperbahn führen und für den Schlagermove müssen deutlich mehr Mobil-Toiletten aufgestellt werden.

Für die Hilfsorganisationen wäre vor allem eine zeitliche Entzerrung sinnvoll. Geschätzt werden am zweiten Juli-Wochenende dieses Jahres rund 500 ehrenamtliche Einsatzkräfte benötigt, am alle Veranstaltungen sanitätswach- und rettungsdienstlich abzusichern und die begleitende Logistik aufrecht zu erhalten. Würden vor allem die Events Schlagermove und Triathlon an verschiedenen Wochenenden stattfinden, wäre das zwar nicht weniger Arbeit – aber der logistische und planerische Aufwand deutlich geringer. Zudem müsste weniger auf auswärtige Kräfte gesetzt werden.

Siehe auch: Mopo-Artikel vom 31.01.2018

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.