Projekt der Universität Halle

KUBAS – ein System, das freiwillige Helfer koordiniert

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Spontanhelfer und freiwillige Helfer tauchen bislang bei Großschadenslagen und Naturkatastrophen regelmäßig auf, doch wie kann ein solch heterogener und unorganisierter Personenkreis bestmöglich koordiniert und den Fähigkeiten entsprechend gezielt eingesetzt werden? Eine Antwort darauf zu finden, hat sich das Projekt „Koordination ungebundener vor-Ort-Helfer zur Abwendung von Schadenslagen“ zum Ziel gemacht, bei dem das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) assoziierter Partner ist.

Das Projekt KUBAS wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Zeitraum von 2016 bis 2019 gefördert.  Das erste Zwischenergebnis des Projekts ist ein System, das Spontanhelfer mithilfe bestehender Infrastrukturen vor Ort koordiniert. Professor Stefan Sackmann und Hans Betke halten dazu regelmäßig Vorträge in verschiedenen Seminaren an der AKNZ.

Potentiale der freiwilligen Helfer erkennen

Durch KUBAS sollen insbesondere die Potentiale der freiwilligen Helfer erkannt werden, damit diese bei langanhaltenden, aus Naturphänomenen resultierenden Großschadenslagen besser unterstützen oder dazu beitragen, den Status-quo-ante wieder herzustellen.
Kern des Forschungsprojekts ist es auch, möglichst viele Schadensszenarien zu identifizieren, bei denen das Einbinden freiwilliger Helfer vor Ort sinnvoll, zielführend und zulässig ist. Kommt es zu einem solchen Einsatz, sind Methoden nötig, die eine bestmögliche Koordination der freiwilligen Helfer sicherstellen. Diese Methoden werden derzeit erforscht und sollen im KUBAS-System implementiert werden.

Bestehende Infrastruktur nutzen

Das KUBAS-System greift dabei auf bereits bestehende Infrastrukturen zurück. Die Spontanhelfer können Ihre Endgeräte nutzen und institutionelle Einsatz- und Führungskräften wird ein Zugriff über das Einsatzleitsystem ermöglicht. So kann die angebotene Hilfe aus der Bevölkerung mit den tatsächlichen Hilfsbedarfen der Behörden und Organisationen zusammengeführt werden.

Freiwillige Helfer bislang wenig thematisiert

Derzeit agieren Behörden und Organisationen nach dem „Command and Control“-Prinzip. Das bedeutet, es gibt einen streng hierarchischen Aufbau des Katastrophenmanagements mit einer zentralisierten administrativ-organisatorischen Ebene (Krisenstab).
Bisher stehen fast ausschließlich operativ-taktische Einheiten unterschiedlicher Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) im Fokus der Koordination. Die Einbindung ungebundener freiwilliger Helfer in die etablierten Strukturen wird meist nur am Rande thematisiert. Da diese nicht in die hierarchische Struktur eingebunden sind, ist ein Paradigmenwechsel hin zum „Coordinate and Communicate“-Prinzip erforderlich.

Zwei Arten freiwilliger Helfer

Freiwillige Helfer lassen sich allerdings in zwei Gruppen unterteilen. Von „Virtual Volunteers“ ist die Rede, wenn spontane Helfer bspw. über Soziale Medien Informationen zur Verfügung stellen, die bei einer Katastrophe zur Aufklärung der Lage beitragen.
Im Gegensatz dazu sind „Physical Volunteers“ vor Ort eingebunden. Dieser Personenkreis wird bislang nur in wenigen Projekten thematisiert.
KUBAS spricht derzeit vor allem „Physical Volunteers“ an, eine zukünftige Einbeziehung virtueller Helfer ist aber angedacht. Das System soll Soziale Medien und moderne Kommunikationsmöglichkeiten an den richtigen Stellen mit einbeziehen und von den freiwilligen Helfern akzeptiert und genutzt werden.

Quelle: Pressemeldung BKK
Link: KUBAS

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